DAS A & O(2) IST DEINE ATMUNG

All I need is the air that I breathe. - The Hollies


Picture by Nathan McBride on Unsplash.com
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Immer wieder habe ich erlebt, dass der Schlüssel zu mehr Gelassenheit und der Toröffner zu mehr Erdung eine bewusste Atmung ist. Unsere Atmung verbindet Körper und Seele miteinander und sorgt dafür, dass wir unseren Geist beruhigen und wieder bei uns selber ankommen können. Und das Beste daran ist: es reichen schon ein paar Minuten täglich, um langfristig einen Unterschied zu bewirken. Außerdem helfen dir Atemtechniken in Situationen, in denen du dich gestresst fühlst und du kannst mit ein paar bewussten Atemzügen wieder einen klaren Kopf bekommen.

Mit ein paar guten Atemtechniken können wir uns daher durch herausfordernde Gefühle, Situationen und schwierige Phasen wirklich durchatmen. Vielleicht kennst du Filmszenen, wo Menschen in Panik immer eine Tüte zum Reinatmen gegeben wird. Das dient einfach nur der Bewusstmachung und Konzentration auf die Ein- und Ausatmung. Denn ein regelmäßiges, tiefes Atmen ist genau DAS, was du z.B. in Situationen der Angst, Panik, des Schmerzes oder auch beim Kopfkino zum Einschlafen vergisst. Atmest du nur noch flach, verfällt der Körper automatisch in einen Zustand der Unterversorgung und lähmt. Das kennst du sicher von Klassenarbeiten oder vielleicht nahenden Vorstellungsgesprächen oder ersten Dates. 

Trainierst du aber nun deine Atmung bewusst mit verschiedenen Techniken regelmäßig, wirst du automatisch in anderen Bereichen eine Veränderung feststellen. Außerdem kannst du so in fordernden Situationen darauf zurückgreifen und dich selbst wieder in einen entspannteren Zustand zurück atmen. Deine Atmung ist dein Anker und gibt dir Kontrolle zurück. 


 

In meiner Erfahrung ist die Atmung mit gezählten Ein- und Ausatmenzügen sowie dem Luftanhalten dazwischen unglaublich hilfreich. Durch das Zählen fokussierst du dich so sehr auf deinen Atem, dass andere Dinge gar keinen Platz haben und irgendwann bist du ganz ruhig. Im Yoga ist Pranayama, die Kontrolle deiner "Lebensenergie", ein fester Bestandteil der Praxis. Ich bin Fan der sogenannten Wechselatmung, in der man immer ein Nasenloch beim Ein- und Ausatmen zuhält. Auch die etwas fordernde Feueratmung, Kapalabhati genannt, hilft. Allerdings musst du am Anfang etwas vorsichtig sein. Fang langsam an und schau erstmal, was die Übungen mit dir machen, denn zu Beginn kann dir ganz schön der Kopf rauschen oder du bekommst Kopfschmerzen. Einige Pranayama Übungen sind im Yoga nämlich auch machtvolle Reinigungsrituale. 



Alles in allem geht es bei der Atmung um Bewusstsein, um das Ankommen IM Moment und dich weg von deinen Gedankenspiralen zu holen. Für mich haben die geführten Meditationen der CALM App Wunder gewirkt. Ich finde selbstständige Meditationen erstmal schwierig, aber die Übungen auf der App sind sehr unterstützend und helfen mir komplett beim Abschalten. Außerdem findest du unter MEHR tolle Atemübungen. Und glaube mir - es ist reine Übungssache. Fang einfach an, nimm dir jeden Tag 10 Minuten für eine kurze Meditation und irgendwann wirst du die Auswirkungen spüren. Trotzdem ist es nicht Sinn der Sache, Dinge einfach WEG zu atmen. Mit der bewussten Atmung solltest du dich DURCH atmen, um dann deine Probleme, Gefühle, Herausforderungen mit mehr Erdung und Abstand betrachten zu können und oft ist es im Anschluss viel einfacher, sie anzugehen und logische Lösungen zu finden. 

Kommentare: 2
  • #2

    p6majo (Freitag, 10 Januar 2020 20:46)

    Hallo Annika,

    ich lese Deine Soulkanguruh-Sprünge sehr gern. Oft dreht es sich ja um das Thema Liebe. Deshalb würde ich an dieser Stelle gern eine provokante These in den Raum stellen. Ich bin kein Philosoph und habe auch keinen fundierten Hintergrund für meine These. Es sind einfach nur Gedanken und Du kannst den Kommentar jederzeit wieder entfernen (hoffe ich).

    Was ist Liebe?
    Kurz: Es gibt zwei Säulen der Liebe, alles darüber hinaus ist eine gesellschaftliche, moralische und romantische Überhöhung bzw. Glorifizierung.

    1. Säule: Die sexuelle Anziehung zwischen zwei Menschen, getriggert durch Schemata, biochemische Botenstoffe und eventuell Verhaltensmuster, die es uns ermöglichen sollen, einen möglichst geeigneten Paarungspartner zu finden.
    2. Säule: "kin selection" --- kurz: das durch Evolution selektierte Verhaltensmuster, sich um Kinder und nahe Verwandte bis hin zu Selbstaufgabe zu kümmern und zu sorgen.

    Beide Säulen sind bei den meisten Tierarten auf der Welt zu finden und meiner Meinung nach die Essenz von all dem, was wir als Liebe bezeichnen. Alles andere ist der Versuch, uns Menschen zu etwas Besonderem zu machen (was wir meiner Meinung nach aber nicht sind), oder aber ein moralischer Überbau oder netter formuliert, allgemein akzeptierte Wertvorstellungen, um unser Handeln in gesellschaftlich-konforme Bahnen zu lenken. Allerdings sind diese Wertvorstellungen nicht immer mit den Säulen 1. und 2. vereinbar, was die Ursache für das meiste "Liebesleid" auf dieser Welt sein könnte.

  • #1

    Teale (Sonntag, 22 September 2019 02:53)

    You're a legend Annika. Love your words and the pictures used.